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Flashback - oder - Software auf Audiocassetten

Veröffentlicht von Manuel (manuel) am 06.04.2011
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Flashback - oder - Software auf Audiocassetten

Heute morgen noch bin ich über diese Seite gestolpert. Der C64 soll (mal) wieder kommen. Standard-PC-Hardware im C64-Brotkasten-Gehäuse. Dankenswerterweise mit Ubuntu. Zwangsläufig musste ich mich (nein, nicht sonderlich wehmütig) an die alten C64-Zeiten zurückerinnern. Z.B. daran, dass Floppylaufwerke (die großen) anfangs noch so teuer waren, dass man Software auf normalen Audiocassetten unter Zuhilfenahme von (fast) normalen Cassettenrecordern lagerte. Für alle unter 25 hier ein Wikipediaartikel dazu. Als ich dann vor 20 Jahren in den Besitz eines Floppylaufwerks für den Brotkasten und kurz darauf auch eines "richtigen" PCs kam bin ich eigentlich nicht davon ausgegangen, irgendwann in ferner Zukunft nochmal mit Datencassetten hantieren zu müssen.

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Springen wir mal ins Jahr 2009. Schon seit langem spiele ich nebenbei und aus Spass und ziemlich unprofessionell Kirchenorgel. Da das aber weit und es da kalt ist usw. hatte ich eine 40 Jahre alte Baldwin-Elektronikorgel daheim rumstehen, die ziemlich gut ausgesehen hat. Ich erwähne die Optik hier deswegen, weil alle anderen wichtigeren Dinge wie Haptik oder gar Klang nicht so lobenswert waren. Jedenfalls kam irgendwann ziemlich viel Rauch raus und danach gar nichts mehr.

Um jetzt wieder irgendwie die Kurve zum Thema zu kriegen: Es musste Ersatz her. Diesmal etwas das "etwas" neuer, nach Möglichkeit "digital" und trotzdem billig war. Gesucht und gefunden: Eine Wersi DX500. Von einem recht alten Herrn für recht wenig Geld. Mit vielen Knöpfchen und LEDs. Ungefähr so alt wie anfangs erwähnter C64 und Bohlens erste Platte. Aber digital. Die erste digitale Orgel überhaupt. Das erwähne ich deshalb, weil digital immer auch irgendwie mit Software zu tu hat. Sprich die Klänge werden mit Software generiert. Da die gute DX500 aber so alt wie Bohlens erste Platte ist, klingt sie im Ursprungszustand eben auch wie Bohlens erste Platte. Für Kirchenorgel und Bach und so eher ungeeignet.

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Springen wir mal nach letzte Woche. Auf Ebay: Kirchenorgelsoftware für die DX500. Prima. Und man ahnt es schon: Uralt und auf Cassette. Hhmm. Die gute DX500 hat kein Cassettenlaufwerk. Wie soll das gehen? Trotzdem mal Sofortkaufen, weil das Angebot sicher nicht mehr kommt.

Heute dann in der Post: Eine Originalcassette aus Mitte der Achziger. Zum Glück habe ich ein natürlich gedrucktes Handbuch für die gute DX500. Da steht: "Kassettenrecorder über ein entsprechendes Überspielkabel an die Buchse "Tape" anschließen." Überspielkabel und Buchse ist klar, schließlich missbrauche ich manchmal den 200W-Verstärker der guten DX500 um Musik vom PC wiederzugeben. Manowar, die lauteste Band der Welt. Fast wie live. Aber Cassettenrecorder? Ich hatte mal ein gutes Cassettenlaufwerk, aber das liegt seit mindestens zwei Umzügen in irgendeinem Karton. Ich hätte auch noch ein Cassettenlaufwerk im Alfa, aber der hat keine Kopfhörerbuchse und ich kein so langes Kabel. Schließlich habe ich das Baustellenradio gefunden. Laufwerk und Kopfhörerbuchse. Prima.

Also Kabel in die Buchse, Cassette ins Radio und erstmal hören. Klingt wie ein C64 (Für Leute unter 25: Wie ein Faxgerät. ? Stimmt. Gibts bald auch nicht mehr). Handbuch der guten DX500: Krude Tastenkombination. Grünes Einzeilendisplay: Irgendwelche Zahlen. Irgendwann hört das Gedudel auf, nichts hat sich verändert, Handbuch, Fehlercode 8: Lauter oder leiser stellen? Also nochmal lauter, diesmal keine 8, und Tadaa: Das grüne Display zeigt die neuen Klangnamen.

Und wie klingt die gute DX500 jetzt? Zumindest deutlich besser als die alte Baldwin, aber längst nicht so real wie eine moderne Softwareemulation vom PC.

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -Also gleich mal die Software als Datei sichern, damit ich nicht irgendwann nochmal mit Cassetten hantieren muss. Das geht dann recht einfach mit einem alten Laptop über die serielle Schnittstelle der guten DX500. Für alle unter 25: ihr dürft jetzt mal selber googlen...

Zuletzt geändert am: 06.04.2011 um 22:52

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Kommentare

Software auf Audiocassetten von Gast am 07.04.2011 um 14:16
Hähä, ich habe auch noch Software auf Audiocassetten.
Die passen zu meinem Brotkasten ( VC64 ). Sie funktionieren noch tadellos, genauso wie mein Brotkasten. Von Zeit zu Zeit packe ich das Teil mal wieder aus, schließe in am TV an, und Spiele die alten Spiele wieder. Einfach nur Kult ! Meine Tochter ( 14 ) kann darüber nur lachen.... :-(

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